Indikationen für Neurofeedback
ADHS und ADS
Das Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) sowie das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) sind Störungsbilder, die primär bei Kindern und Jugendlichen auftreten, aber auch Erwachsene betreffen. Die typischen Symptome sind gekenntzeichnet durch Schwächen bei Aufmerksamkeit, hohe Impulsivität mit extremen Emotionen, Regulationsstörungen sowie Hyperaktivität.
Angststörungen und Angsterkrankungen
Angststörungen führen zu einer extremen psychischen Belastung und gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen weltweit. Behandelt man diese mit entsprechend angepassten Neurofeedbacktrainings, so berichten fast alle Patienten über eine deutliche Besserung der Symptomatik.
Chronische Schmerzen
Indem man die elektrische Aktivität der Gehirnareale beeinflusst, die Schmerzempfindungen verarbeiten, werden auch das Schmerzgedächtnis und die negativen affektiven Komponenten, die Schmerz begleiten beeinflusst und somit die Schmerztoleranz und Schmerzgrenzen der Betroffenen erhöht. Dies führt zu einer Minderung des Leidendrucks. Manche Patienten berichten über eine neugefundene Lebensqualität, die eine normale Lebensführung ermöglicht.
Demenz
Neurofeedbacktrainings können vor diesem Hintergrund dahingehend helfen, dass sie in den Verlauf der Erkrankung eingreifen. So können beispielsweise Gedächtnisleistungen, exekutive Funktionen (wie z.B. Urteilsvermögen, Problemlösefähigkeit) und emotionale Befindlichkeit für längere Zeit stabilisiert beziehungsweise sogar kurzfristig verbessert werden.
Gedächtnisprobleme
Generell kann Neurofeedback sowohl bei der Verlangsamung von krankhaften neurodegenerativen Prozessen helfen, als auch die kognitive Fitness trainieren und erhalten. Nach einem klinisch-psychologischen Gespräch und einer qEEG-Analyse können individualisierte Protokolle entworfen werden und die Erhaltung der kognitiven Fitness mit Neurofeedback unterstützt werden.
Peak-Performances
Mentales Training für Spitzenleistungsträger ist äußerst komplex und besteht z.B. aus Visualisierungstechniken, Achtsamkeitstraining und vielen andere Elementen und Bausteinen, die basierend auf detaillierte individualisierte Persönlichkeitsprofilanalysen und Zielanalysen entwickelt werden. Einer der Elemente ist das Neurofeedback. Neurofeedback dabei, die Fähigkeit zur Selbstregulation der Psychophysiologie zu trainieren und zu verfeinern.
Schädel-Hirn-Trauma (SHT)
Die Neuroplastizität ist die Fähigkeit des Gehirns, zwecks Optimierung laufender Prozesse, sich neu zu vernetzten, d.h. neue neuronale Verbindungen zu erschaffen. Gezielte Neurofeedbacktrainings unterstützen solche neuroplastische Prozesse. Effiziente neurofeedbackbasierte therapeutische Maßnahmen sollten personalisiert und basierend auf einer vorangehenden qEEG Analyse erfolgen.
Schlaganfall
Je nachdem welche Gehirnareale betroffen sind, welche Funktionen oder Leistungen wiederhergestellt werden sollten und welche Anomalien im EEG Bild gefunden werden sollten Neurofeedbackbehandlungen individualisiert erstellt werden. Quantitatives EEG (qEEG) in Kombination mit Neurofeedback ist für die Effizienz und die Erfolgsaussichten bei der Behandlung von Schlaganfällen unerlässlich.
Suchterkrankungen
Die positiven Auswirkungen von Neurofeedback bei der Behandlung von Abhängigkeiten wurden in zahlreichen Studien belegt und wiederspiegeln sich in höheren Abstinenzraten und niedrigeren Rückfallraten bis hin zur Veränderungen der Persönlichkeitsstruktur von Betroffenen. Außerdem kann Neurofeedback Gedächtnis- oder Aufmerksamkeitsdefizite, die durch Substanzkonsum entstanden sind bis zu einem gewissen Grad stabilisieren.
Zwangserkrankungen
QEEG-geleitetes Neurofeedback kann besonders erfolgsversprechend bei der Behandlung von sonst therapieresistenten Zwangspatienten sein. Im angeführten Artikel stelle ich den Behandlungsverlauf einer meiner Patienten vor, der anschliessend über eine deutliche Verbesserung im Erleben seiner Zwangssymptomatik berichten konnte.